Was soll bloß aus unseren Kindern werden?! Oder: Der Fluch der Digitalisierung 

Was soll bloß aus unseren Kindern werden?! Oder: Der Fluch der Digitalisierung 

Wir Eltern hatten das Glück, ohne aufzuwachsen. Wir konnten in die Luft schauen, wenn wir auf den Bus warteten oder ein Buch lesen oder mit jemandem reden. Wir konnten warten, bis es 19.20 wurde, um Gute Zeiten, schlechte Zeiten zu schauen. Wir konnten ein Treffen vereinbaren, dass das tatsächlich ohne weitere Nachrage via WhatsApp und Co. Stattfand oder eben nicht. Wir konnten Eis essen, Spaß machen, skateboarden, Haare frisieren – ohne uns dauernd dabei fotografieren oder filmen zu müssen. Wir mussten auf keine Likes warten. Wir wurden einfach gemocht oder nicht und erlebten das von Angesicht zu Angesicht. Wir haben noch Briefchen geschrieben. Wir. Wir hatten es besser. Ich bin überzeugt davon. 

So viele Vorteile und doch so viel Zerstörung. 

Wir wissen noch gar nicht, was unsere permanente Verfügbarkeit und die permanente Verfügbarkeit von allem mit uns und unseren Kindern machen wird. Es gibt erste Alarmzeichen. Die Aufmerksamkeitsspannen sinken. Das Konzentrationsvermögen ist im Keller. Bei uns, bei unseren Kindern. Wir müssen mit aller Kraft dagegen ankämpfen, uns nicht selbst in der digitalen Welt zu verlieren. Im Web, auf Social Media Kanälen, im Online-Gaming. Wir sitzen alle im gleichen Boot. Auch uns Erwachsenen fällt dies schwer. Wenn meine Kinder ihre Mittagsrast machen, dann stehe ich vor der Entscheidung – Handy surfen und dabei auch das eine oder andere zu recherchieren – Stichwort Erbsen anpflanzen, Urlaubsquartier finden, Wettervorhersage – oder ein Buch zu lesen oder einfach ein bisschen der Wiese beim Wachsen zuzusehen, sprich mal nichts zu tun. Sehr oft gewinnt das Handy die Macht über mich. Und ich google, surfe, wische bis die Kinder wieder wach sind. Und sie zwar ausgeruht, ich aber nicht. 

Es ist eine große Aufgabe, die bei uns selbst anfängt, vor der wir als Eltern stehen. Denn wir müssen die Kinder begleiten dabei, zu lernen, verantwortungsvoll mit Smartphones und Co. umzugehen. Telefonieren ist nicht das Problem, welcher Teenie hängt schon sprechend am Phone. Aber welcher Teenie schaut noch am Schulweg im Bus einfach aus dem Fenster? Sogar gehend wird dem Bildschirm mehr Aufmerksamkeit geschenkt als der Umgebung. Das macht etwas mit unseren Kindern. Und zwar nichts Gutes. Wir müssen das bemerken und bedenken und mit den Kindern besprechen. Und dranbleiben und selbst besser vorleben. Wer macht mit? 

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