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Vom Glück, dass nie alle Kinder gleichzeitig eskalieren

Vom Glück, dass nie alle Kinder gleichzeitig eskalieren

fullsizeoutput_1c0bEs ist kurz nach 8 Uhr am Morgen. Die „kleinen Großen“ sind endlich im Kindergarten, die Kleine schläft, verpackt in der watteweichen und extra für das fünfte Kind gekauften Maxi Cosi Decke. Und ich? Ich habe jetzt drei ganze Stunden mit nur einem Kind, 1000 Dinge, die ich tun sollte und 10.000 Dinge, die ich tun möchte. Dieses Überangebot an Erledigungen macht mich nervös. Vielleicht sollte ich erstmal einfach nur in aller Ruhe aufs Klo gehen. Ohne Kinderstimmen im Hintergrund oder direkt daneben.

 

In diesem Moment schweifen meine Gedanken zu einem Gespräch ab, das ich kürzlich mit einer Freundin geführt habe. Innerhalb weniger Wochen hatte sie zwei Mal eine Überschwemmung im Keller. Beide Male war sie mit ihren drei Kindern (2,4,7) alleine zu Hause. Trotzdem hat sie es geschafft, das Desaster alleine zu regeln. Ihre zwei Buben (4,7) haben selbstständig alle auffindbaren Handtücher und dergleichen saugfähiges Material zusammengesucht, es in den Keller gebracht und anschließend dabei geholfen, das Wasser aufzusaugen und auszuwinden und aufzusaugen und auszuwinden und aufzusaugen und auszuwinden und… . In aller Ruhe und mit vollem Verständnis für die missliche Lage ihrer Mutter haben sie sich dann auch um die kleine Schwester gekümmert, die auf Grund ihres Alters keine besonders große Hilfe war, aber trotzdem ruhig und brav geblieben ist. Fast schon harmonisch sei die Reparatur dieses Malheurs verlaufen, so meine Freundin. Definitiv entspannter als so manch Wochenendausflug. 

Die Kinder haben also scheinbar gemerkt, dass eine Eskalation von ihrer Seite in diesem Moment für ihre Mutter nicht zu handhaben gewesen wäre. So ist es auch mir schon oftmals ergangen, sodass ich mich nun traue, folgende Thesen in den Raum zu stellen: 1. Es eskalieren nie alle Kinder gleichzeitig. Zumindest die Hälfte der Mannschaft, wie groß auch immer sie sein mag, bleibt ruhig und hebt sich ihren

 

„Auszucker“ für später auf.
2. Die Kinder eskalieren nicht in Extremsituationen. 

Das sind doch eigentlich ziemlich tolle Nachrichten, oder? Im Zweifelsfall also immer so, wie wir es gerade schaffen können. Aber bitte, ich bin ja keine Psychologin. Nur eine Mutter, die sich an jeden noch so kleinen Strohhalm im Saftglas klammert. Oder wie auch immer diese Metapher eigentlich geht… 

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1 Kommentar
  • „…solange der Strohhalm in einem Gin Tonic steckt, gehts eigentlich.“
    In deinem Fall natürlich mit Saft 🙂

    Aber ich geb dir voll und ganz recht!!

    Danke für deine so erheiternden Texte – sie retten mir oft den Tag obwohl ich nur 3 Wirbelwinde hab!