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Schulschluss mit 6 Kindern – Eine fast nicht enden wollende To-Do Liste oder: Meine Kinder brauchen einen Sekretär

Schulschluss mit 6 Kindern – Eine fast nicht enden wollende To-Do Liste oder: Meine Kinder brauchen einen Sekretär

Schon seit Wochen vergeht kein Tag, an dem ich nicht mindestens zwei Nachrichten aus der Schule via Eltern-App auf mein Handy bekomme. Dazu noch alle paar Tage eine Mitteilung aus dem Kindergarten. Und natürlich wollen auch sämtliche Freizeitbeschäftigungen/Vereine ihren Abschluss organisieren und feiern. Mein Mann hat sich in der letzten Schulwoche extra mehrere Tage frei genommen, denn alleine könnte ich die ganzen Festlichkeiten gar nicht abarbeiten. 

Er hilft mir auch beim Vorbereiten sämtlicher kleiner Präsente für den Klavierlehrer, die Gitarrenlehrerin, die Kiga-PädagogInnen usw. Unser Wohnzimmer gleicht in dieser Zeit einem Geschenkeladen. Obwohl wir das sehr pragmatisch halten. ALLE bekommen von uns IMMER entweder selbst gemachten Honig aus der hauseigenen Imkerei oder eine selbst gemachte Bienenwachskerze, ein Wachstuch und einen Bienenwachs-Olivenöl Lippenbalsam. Wenn wir schon so schöne selbst gemachte Sachen haben, dann will ich die natürlich auch verschenken. Wir freuen uns ja auch selbst über diese schönen Produkte.

Die Ausnahme ist die Regel 

Neben dem Vorbereiten der Präsente fordert mich persönlich die permanente Ausnahme vom Alltag heraus. Denn fast kein Tag vergeht, an dem nicht zumindest ein Kind nicht einfach nur in die Schule geht sondern z.B. ins Schwimmbad oder in den Park und dementsprechend anderes Equipment braucht. Ich muss dazu sagen, dass vor allem K1 (17,5 Jahre) und K2 (fast 16 Jahre) grundsätzlich komplett autark sind – sie organisieren sich alles selber. Von der Wäsche über die Jause bin hin zu anderen sie betreffenden Themen. 

Und auch K3 (10 Jahre) und K4 (9 Jahre) nehmen sich daran ein Beispiel und denken an ihre Sachen und kümmern sich um sich – vorbildlich. Doch leider gehen ja die Nachrichten aus der Volksschule an mich und wenn ich dann vergesse, ihnen Infos, die z.B. am Samstag am Abend via App geschickt wurden, weiterzugeben, dann kann es schon mal passieren, dass das Kind ohne Badezeug in der Schule ankommt. 

Das ist mir dann immer so unangenehm, weil ich ja weiß, wie unangenehm das für die Kinder ist. Daher versuche ich nun unsere Organisation und den familieninternen Kommunikationsfluss zu optimieren – ich habe mit K3 und K4 darüber gesprochen, wie wir vermeiden könnten, dass es passiert, dass etwas vergessen wird. 

Post Its an der Haustür 

Und wir haben entschieden, dass wir ab sofort mit Zetteln an der Haustür arbeiten werden. Bekomme ich eine Info, die sie betrifft, dann schreibe ich z.B. ein Post-It auf dem der Name des Kindes und das To-Do steht und klebe den Zettel an die Haustür. Ist die Sache erledigt, dann darf das Kind den Zettel wegwerfen. 

Ich bin im ständigen Optimierungsprozess, damit wir trotz unserer Familiengröße uns bestmöglich organisieren und uns das Leben leichter machen. In Kürze möchte ich auch zum ersten Mal eine Familienkonferenz mit den Kindern machen. Eine Liste mit Themen, die besprochen werden dürfen, hängt bereits am Kühlschrank. Dort haben sich auch schon einige Kinder eingetragen und auch mein Mann hat einen Punkt angeführt. 

Eine Konferenz für die Familie 

Eine Familienkonferenz ist ein bewusst geplantes Gespräch, bei dem sich alle Familienmitglieder zusammensetzen, um gemeinsam über Themen des Familienlebens zu sprechen, Entscheidungen zu treffen oder Probleme zu lösen. Ziel ist, dass jede Person seine Meinung äußern kann und gemeinsam nach Lösungen gesucht wird. Wichtig dabei ist der Rahmen: Es wird ein Termin vereinbart, der für alle passt. Zudem wird ein Zeitrahmen von z.B. einer Stunde gesteckt. Weiters gibt es eine Person, die mitschreibt. Und: Alles sollen sich wohl fühlen. Daher werden bei uns Snacks auf dem Tisch stehen wie Chips – die gibt es sonst bei uns nie und gute Getränke. Besprochen werden die Listenthemen der Reihe nach. Am Ende wird ein neuer Termin vereinbart. Das Konzept stammt übrigens von Thomas Gordon (siehe Link) 

https://de.wikipedia.org/wiki/Gordon-Modell

Damit nichts schlecht wird 

Was bei uns aktuell auf der Liste steht? Z.B. das Thema „Reste essen“. Wie man sich vorstellen kann, haben wir einen riesigen Kühlschrank und eine sehr große Küche mit Unmengen an Essen. Ich kaufe wöchentlich via Click and Collect im Supermarkt ein und bekomme jeden Freitag eine sehr große Lieferung Brot und Gebäck. Zudem koche ich täglich. Überall bleibt immer etwas über. Das Einschätzen der Mengen, die wir dann tatsächlich essen, ist schwierig für mich. Ich verschätze mich meistens. Bei so viel übrig gebliebenem Essen ist es wichtig, dass zuerst Dinge gegessen werden, die schlecht werden könnten. Auch wenn das frische Brot z.B. eigentlich ansprechender wäre und man vielleicht mehr Lust darauf hätte. 

Gleichzeitig stehen oft noch Töpfe mit Essen da, das ich aufhebe – z.B. für meinen Mann für den Abend, wenn der hungrig nach Hause kommt. Oder für ein Kind, das nicht beim Essen dabei sein konnte. Das darf dann wieder nicht gegessen werden. 

So weit, so undurchsichtig. Dafür brauchen wir ein Konzept. Daher möchte ich das besprechen. K6 (2,5 Jahre) wird übrigens vermutlich bei der Konferenz nicht dabei sein. 

Überhaupt gibt es auch Themen, die nicht alle betreffen. Z.B. wer darf wann bei wem ins Zimmer? Das betrifft die mittleren Kinder. Mit denen möchte ich ein eigenes Gespräch führen. 

Kinder brauchen Anleitung 

Grundsätzlich bin ich dafür, dass die Kinder versuchen, Konflikte selbst zu lösen. Doch manchmal brauchen sie ein bisschen Anleitung. Oder zumindest einen Gesprächsrahmen, in dem sie selbst Lösungen finden können. Diesen will ich ihnen mit so einer Konferenz geben. Ich bin schon sehr gespannt, wie es wird. 

Doch davor will noch das Schuljahr beendet werden. Eine letzte Woche noch, dann startet unser Bundesland in die großen Ferien. Neun Wochen ohne Struktur, ohne Aufstehen, ohne abendlicher Ins-Bett-geh-Stress, weil am nächsten Tag bald aufgestanden werden muss. Das wird angenehm. Zumindest ein paar Wochen lang werde ich das sehr genießen. Bis es dann wieder gut ist. Und ich mich nach mehr Alltag sehne. Nach meinem täglichen Arbeits-Vormittag, der nicht nur dann stattfinden kann, wenn mein Mann frei hat. Nach Routine. Nach dem „train train de la vie“, um es französisch zu sagen, das ich leider schon beinahe komplett verlernt habe, obwohl ich es mal so gut konnte. Aber: Es ist nie zu spät, altes Wissen neu aufzufrischen oder überhaupt sich neues Wissen anzueignen. Auch dafür habe ich schon eine Liste – Dinge, die ich in diesem Sommer lernen möchte. Ganz oben steht – Granny Squares häkeln. Ich bin ja eine alte Stricktante.

Schönes Wochenende, 

eure Michaela 

P.S.: Für alle aufmerksame LeserInnen meines Blogs: Ich habe in diesem Text K1 erwähnt – ja, sie ist wieder zurück aus Norwegen. Ganze 5,5 Monate war sie weg, nun ist sie wieder da. Und das ist wunderbar und gleichzeitig so, als wäre sie nie weg gewesen. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal. 

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