Vom Suchen und Finden – nicht nur zu Ostern. Und vom Aufräumen. Und vom Umdenken. Und überhaupt.

Vom Suchen und Finden – nicht nur zu Ostern. Und vom Aufräumen. Und vom Umdenken. Und überhaupt.

Wanted: Fisch Fabius. Fünf Zentimeter lang, drei Zentimeter dick, gelb-blau gestreift, bekannt aus dem Disney-Film „Arielle“ und – der derzeitige Lieblingsbegleiter von K5, 2,5 Jahre alt. Zuletzt gesehen: Gestern, Donnerstag, gegen 16 Uhr bei uns im Garten zwischen Schaukel und Bienenstock. 

In meinem Leben vergeht kaum ein Tag ohne zumindest eine Suche. Ostern ist also für mich kein Megaevent. Das Suchen gehört zu meinem Alltag, denn irgendwer verlegt immer irgendwas. Hoch im Kurs steht neben den Kindern auch mein Mann. Und ich selbst? Ich suche auch ab und an das eine oder andere Teil von mir. Kürzlich habe ich sogar K5 gesucht und es nach kurzer Zeit gefunden – auf meiner Hüfte. So wie andere Leute, sagen wir 60 plus, ihre Brillen suchen und auf dem Kopf finden, so geht es mir mit meinem jüngsten Kind. Es fällt mir schon gar nicht mehr auf, dass sie dauernd auf mir ist. 

Mehrwert: Überblick behalten und Ordnung schaffen

Ob Einhorn-Plüsch-Stift, Kindersonnenbrille, die zweite Lieblingssocke, das liebste Natur-Buch, der Volleyball, der Hammer, die Spezialbürste mit Anna und Elsa darauf oder der Klettergurt – wir verlieren alles mögliche aus allen möglichen Ressorts: Sport, Hygiene, Kleidung, Spielwaren, Schreibzubehör, Werkzeug.

Und aus diesem Grund führt mich meine Suche in regelmäßigen Abständen in die Tiefen all unserer Räumlichkeiten – vom Hauswirtschaftsraum ins Büro, ins Bad, in die Garage, zurück zur Krims-Krams-Lade im Vorzimmer, rüber zur Krimi-Krams Lade in der Küche hinauf in den Schlafzimmerschrank. Man weiß ja nie, wohin die Sachen verschwunden sind. Die Frage: „Wo hast du xy das letzte Mal gesehen“ wird bei uns inflationär gestellt. Die Antwort ebenso: „Keine Ahnung.“ 

Früher hat mich das Suchen furchtbar genervt. Heute sehe ich das anders.

Früher hat mich das Suchen furchtbar genervt, bis ich eines Tages festgestellt habe, dass ich dank des regelmäßigen Suchprozesses einen guten Einblick in die verschiedenen Kästen bekomme, da ich automatisch scanne, was wir haben und brauchen und vielleicht auch gar nicht mehr benötigen. Und zudem ist mir aufgefallen, dass ich während des Suchens in diesen verborgenen Winkeln auch gleich mit wenigen Handgriffen super Ordnung machen kann.

So habe ich meinen Frieden mit dem Suchen gefunden. Und das tolle Gefühl, wenn das gesuchte Ding tatsächlich auftaucht, das ist sowieso beinahe unbezahlbar, um es theatralisch zu formulieren. Man muss sich ja manchmal sein Leben ein bisschen spannender reden als es ist, nicht wahr? Fabius ist leider nach wie vor verschwunden. Vielleicht hat er sich im hohen Klee versteckt. Wir haben nämlich heuer noch nicht gemäht bei uns im Garten. Wir finden Insekten nämlich richtig toll. Und die brauchen hohes Gras und keinen englischen Rasen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Übrigens gibt es ein tolles Kinderaufräumbuch der japanischen Aufräumexpertin Marie Kondo. Fröhliches Suchen!

https://buchland.buchkatalog.at/product/3000002375077/Buecher_Kinder–und-Jugend/Marie-Kondo/Kiki–Jax-raeumen-auf
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