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Endlose Besorgungslisten, sehr lange Ferien und ich

Endlose Besorgungslisten, sehr lange Ferien und ich


Bleistift HB, Filzstifte dünn/dick, 1 A4 Heft kariert mit Korrekturrand, 1 A4 Heft kariert ohne Korrekturrand, Turnpatschen, Hallenschuhe, Ölkreiden, zwei neue Schultaschen – eine für die Volksschule, eine fürs Gymnasium, ein waldkindergartentauglicher Rucksack für einen 3-Jährigen… die Besorgungsliste für dieses Schuljahr war echt lang. 



Kein Wunder bei sechs Kindern, vor allem dann, wenn drei davon die Institution wechseln. Ein Wechsel von der Krabbelstube in den Kindergarten, einer vom Kindergarten in die Volksschule und einer von der Volksschule ins Gymnasium. Drei Kinder starten neu durch. Das braucht Vorbereitung. Und auch wenn ich meine Kinder so selbstständig wie möglich wachsen lasse, braucht diese Vorbereitung – mich. Schließlich sind die Listen echt umfangreich. 



Dazu kommt dann noch die Hauptchallenge am ersten Tag: Das richtige Kind in die richtige Schule zum richtigen Zeitpunkt zu bringen. Zum Glück konnte sich mein Mann frei nehmen. Er wird K3 ins Gym begleiten, während ich mit K5 in die Volksschule pilgere – in Begleitung von K6. Denn dieses startet erst zwei Tage danach mit der Kindergarten-Eingewöhnungsphase. Meine 6. Kindergarteneingewöhnungsphase, nur damit ich es kurz erwähnt habe. 



Man könnte meinen, ich kann das im Schnelldurchlauf. Ist aber nicht so. Zumindest bis K5 war das schon immer echt ein Prozess. Nicht weil ich eine Glucke wäre. Aber irgendwie nabeln sich meine Kinder immer eher langsam ab. Und ich versuche da weitestgehend auf sie einzugehen. Meine berufliche Selbstständigkeit macht es möglich. Glücklicherweise hatte ich da nie den Druck, dass das jetzt auf ruck-zuck berufsbedingt möglich sein muss. Ich habe für diesen Zeitraum immer sämtliche Aufträge abgelehnt bzw. verschoben, sodass ich warten konnte, bis das Kind so weit war. 



Ich bin rund um die Uhr zuständig und gebe gerne Aufgaben ab 


Und so sind auch die neun Wochen Ferien möglich bei uns. Dank meiner Selbstständigkeit kann ich meine Kinder neun Wochen lang zu Hause lassen. Der volle Luxus. Und ich freue mich darüber, ihnen das bieten zu können. Gleichzeitig sind diese neun Wochen schon auch echt immer recht intensiv und mit definitiv weniger Me-Time verbunden als der Rest des Jahres. Denn auch wenn ich auch in den Ferien ab und an und in Absprache mit meinem Mann arbeite, ist diese Art von Arbeit wie Frei-haben von der Arbeit. Denn permanent vier bis sechs Kinder zu Hause zu begleiten, das fordert mir schon viel ab. 



Ich bin Ansprechperson rund um die Uhr, Versorgerin, Bademeisterin, Ausflugsbegleitperson, Raum-Managerin und vieles mehr. Auch wenn ich viele Tätigkeiten an die Kinder abgegeben habe – K2 (16 Jahre) ist Wäsche-Managerin, K1 (17 Jahre) Staubsaugmanagerin, K3 (10 Jahre) derzeit Hauptbetreuerin von K6 (knapp 3 Jahre) – was nicht ich zugeteilt habe, aber sich irgendwie so ergeben hat, weil K3 das grad so gern macht und K6 das grad so super findet – und K4 (9 Jahre) und K5 (6 Jahre) sind für aufdecken, abdecken und den Geschirrspüler hauptverantwortlich. 



Die letzten Ferientage genieße ich und freue mich gleichzeitig auf den neuen Alltag


Trotzdem – es bleibt viel über. Und überhaupt jetzt, wo wir uns in der Zielgeraden in Richtung Schulstart befinden. Und meine beruflichen Termine wieder mehr werden. Und überhaupt ich auch noch die letzten freien Tage mit den Kindern genießen will und wir daher jeden Abend Stockbrot machen und Lagerfeuer und ganz viele Spaziergänge und gemeinsame Zeit. Weil wenn dann wieder alle in ihrem Alltag sind, dann kommt das alles eh zu kurz. 



Es gibt Wochen, da gibt es kaum ein gemeinsames Abendessen, von Frühstück und Mittagessen ist gar nicht die Rede. Jeder geht seines Weges. Und das ist auch gut so. So soll es auch sein. Trotz der vielen Geschwister sind die Kinder alle Individuen. Das versuchen wir auch so gut es geht zu fördern. Um dann wieder – in den Ferien vor allem und ab und an an den Wochenenden bei Wanderungen beispielsweise oder zu Hause – beim Lagerfeuer oder am Kamin zusammenzukommen und gemeinsam zu sein. Und es genießen zu können, dass wir so viele sind. Denn das ist wirklich besonders und ich freue mich sehr darüber, diese große Familie zu haben. 



Und noch schöner finde ich, dass auch die Kinder davon sprechen, dass sie mal mehr Kinder haben möchten, weil sie es so wunderbar finden, viele Geschwister zu haben. Das fühlt sich so schön an, dass ich weinen könnte. Weil gerade dann, wenn es echt hart ist und es mir nicht gelingt, immer ruhig zu bleiben, dann zweifle ich daran, ob ich dieser großen Aufgabe von sechs Kindern überhaupt gewachsen bin und ob ich nicht sowieso alle Kinder verkorkst habe, weil es mir einfach zu viel geworden ist. Da tun solche Momente besonders gut. Und von denen hatten wir in diesen neun Ferienwochen wirklich viele. Trotzdem ist es jetzt dann echt wieder gut, wenn Alltag einkehrt. 



Also, lasst uns anstoßen – auf den Schulstart! 



Eure Michaela 

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1 Kommentar
  • Dass DU dieser Aufgabe sehr gewachsen bist, das kann ich als Zeugin bzw Oma deiner 6 Kinder ohne Zweifel nur bestätigen! Liebevoll und konsequent, das sind deine 2 weiteren Vornamen!