Reinhard Kaiser-Mühlecker ist außergewöhnlich. Er ist Autor und Landwirt. Er ist auf einem Bauernhof in Eberstallzell aufgewachsen, er ist nach seinem Studium und mehreren Jahren im Ausland nun auch dort wieder beheimatet. Zwischen Wiesen und Feldern in Oberösterreich. Und er stellt den ländlichen Raum ins Zentrum. Außerdem verleiht er dem Bäuerlichen eine Stimme. Der 43-Jährige beherrscht die Kunst, mit seiner Sprache die LeserInnen direkt neben die Figuren zu katapultieren und sie gleichzeitig mit einer Wahrheit zu konfrontieren, die schmerzlich ehrlich ist und dennoch gut tut, weil sie in Worte gefasst wird.
Mit seiner Literatur wird echtes Landleben, das sonst kaum Raum zwischen den Buchdeckeln findet, reflektier- und greifbar. In „Brennende Felder“ steht neben dem Landleben erstmals eine Frau im Mittelpunkt, die versucht, mit Hilfe der Schriftstellerei ihre Vergangenheit zu orten, zu ordnen und zu verstehen.
Vergleichbares befindet sich kaum am österreichischen Buchmarkt – thematisch wie qualitativ. Unter anderem deshalb ist Reinhard Kaiser-Mühlecker zu einem der ganz Großen im deutsch-sprachigen Literaturbetrieb geworden. Mit „Brennende Felder“ hat er 2024 den Österreichischen Buchpreis gewonnen.
Reinhard Kaiser-Mühlecker, Brennende Felder, S.Fischer Verlag, 2025, 368 Seiten, 25,70-








