Folge mir
Folge mir
Eltern, kümmern wir uns um uns – ohne schlechtes Gewissen!

Eltern, kümmern wir uns um uns – ohne schlechtes Gewissen!

Wir haben es schon wieder getan! Diese Woche schon zum zweiten Mal! Mein Mann und ich rücken dabei in unserem oft sehr vollen Alltag ganz eng zusammen, kommen in den Austausch, schenken uns Aufmerksamkeit, hören uns gegenseitig zu, tauschen uns aus und fühlen uns als Paar und nicht „nur“ als Partner. Das tut unendlich gut. 

Dass wir uns dabei auch noch bewegen und an der frischen Luft sind, erfüllt noch gleich weitere meiner priorisieren Bedürfnisse. 

Ja, wir waren schon wieder wandern – am Vormittag! Wir haben einfach die Kinder in die Krabbelstube, in den Kindergarten, in die Schulen geschickt und sind losgefahren in die Berge. 

Mittlerweile sind wir schon routiniert und wissen, dass es sich innerhalb von drei Stunden ausgeht, rauf- und runterzugehen und oben noch Kaffee und Kuchen zu genießen. D.h. also, wenn wir um 9 Uhr loskommen, sind wir rechtzeitig wieder zum Abholen der Kinder zurück und den restlichen Tag kann (fast) kommen, was will – Wutausbrüche mehrerer Kinder abwechselnd, Beschwerden aller Art – wir bleiben ruhig. Denn unser Bedürfnis-Tank ist gefüllt. Unser Bedarf an Paar-Zeit, an Austausch, an Bewegung, Natur, frischer Luft und Ruhe ist gedeckt. 

Und weil momentan unser Familienleben – warum auch immer, liegt es am Mond? – grad sehr intensiv ist und uns viel Energie abverlangt, tanken wir – wenn möglich – gleich mehrmals die Woche. 

Warum wir das ausgerechnet am Vormittag machen? 

Weil erstens unsere Abende zu zweit oft erst um 21 Uhr beginnen und dann noch von unserem K6 (2 Jahre alt) unterbrochen werden – vermutlich, weil ich immer noch nicht abgestillt habe – und weil mein Mann auf Grund seiner Arbeit als Arzt oft an den Wochenenden nicht da ist und vor allem oft in der Früh von seinen 24-Stunden Schichten zurückkommt und damit dann am Vormittag Zeit hat. So verlege ich meine Arbeit in den Nachmittag und er übernimmt die Kinder und wir haben gemeinsam am Vormittag komplett Zeit für uns. 

Warum ich das so genau ausführe? Weil es mir ein Anliegen ist, davon zu erzählen. Davon zu erzählen, dass es immer Wege gibt, wie wir uns um unsere Bedürfnisse kümmern können. Dass wir dabei kreativ sein dürfen. Und dass wir annehmen dürfen, dass auch wir Eltern Bedürfnisse haben. Und vor allem – dass wir, wenn wir uns nicht ausreichend um das kümmern, was wir brauchen, wir uns auch irgendwann nicht mehr ausreichend um unsere Kinder kümmern können. 

Wir kommen an erster Stelle

Es ist ja Tatsache, dass die Zufriedenheit der Eltern sich auf die Kinder überträgt. Und umgekehrt, dass, wenn wir chronisch überfordert und unzufrieden sind, weil wir uns nicht um uns kümmern, sich das auf die Kinder auswirkt. Und grundsätzlich gilt bei alldem: Wir kommen an erster Stelle! 

Not-Strategie zum Nervenbewahren

Natürlich nicht, wenn es um lebensnotwendige Bedürfnisse der Kinder geht. Und auch nicht, wenn sich das Kind zum Beispiel schon hundsmüde auf den Boden wirft und nur mehr schreit und weint, weil es einfach nicht mehr mitmachen kann. In diesem Fall kommt die Erfüllung unserer Bedürfnisse eher nicht zuerst dran. Außer es geht grad gar nicht mehr, weil auch wir so leer und kurz vorm Ausflippen sind. Dann dürfen wir uns eine kurze Strategie überlegen, wie wir noch für ein halbes Stündchen die Nerven bewahren können. 

Zum Beispiel kurz in die Küche gehen und in Ruhe und Schluck für Schluck ein Glas Wasser trinken und dabei die Augen schließen und einen positiv Satz vorsagen, der beruhigt. Damit wir es dann schaffen können, wieder zum Kind zu gehen und mit Verständnis und Kooperationsbereitschaft unsererseits (Wie soll das Kind kooperieren, wenn wir selbst nicht bereit sind, zu kooperieren?) dieses ins Bett zu begleiten. 

Das Kind handelt nicht gegen uns!

Denn das Kind liegt nicht auf dem Boden und wütet, weil es gegen uns ist. Es ist müde und kann nicht mehr. Und will  uns NICHT damit ärgern. Auch wenn wir uns denken „na super, schon wieder. Kann es sich nicht einmal zusammenreißen. Ich muss mich ja auch zusammenreißen.“ Ja, in diesen Situationen dürfen wir uns zurücknehmen! Und eben damit wir das können, ist es wichtig, im Alltag auf uns und unsere Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Es ist sogar unsere Aufgabe, das zu tun! Wir sind für uns verantwortlich (und für unsere Kinder). Und wir können entscheiden, wie wir uns fühlen und was wir daraus machen. Und wir können entscheiden, wie wir unser Leben leben wollen. Für mich fühlt sich das sehr befreiend an. Also, kümmern wir uns um uns, kümmern wir uns auch um unsere Kinder! 

Eure Michaela 

TeilenFacebookX
Hier kommentieren