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Ich bin mir selbst die Nächste. Und das ist gut so!

Ich bin mir selbst die Nächste. Und das ist gut so!

Soeben habe ich das letzte Stück meiner Geburtstagstorte verputzt. Es war eine wunderbar cremige Topfen-Schlagobers-Torte mit Pfirsichen. So eine mit einem richtig fluffigen Teig in der Mitte und einer Schlag-Schicht, die eine richtig balsamartige Struktur hat. Äh hatte. Jetzt ist sie ja weg. Ich habe mir seit meinem Geburtstag jeden Tag ein Stück davon gegönnt. Den Kindern hab ich nichts übrig gelassen. Obwohl sie sie auch geliebt haben. Trotzdem. Mein Geburtstag, meine Torte. 

Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich total egoistische Handlungen setze, ganz ohne dabei auf die Kinder zu achten. Natürlich keine Handlungen, die den Kindern schaden, aber ich mache in regelmäßigen Abstände Dinge einfach nur für mich. 

Eltern, schaut auf euch! 

Dieser Text soll eine Einladung an alle Mütter und Väter sein, auf sich zu schauen, die eigenen Bedürfnisse auf der Liste ganz nach oben in die erste Zeile zu schreiben. Denn nur wenn du bei dir, wenn wir bei uns, wenn ich bei mir bin, dann kannst du, dann können wir, dann kann ich auch bei anderen sein. In diesem Fall bei meinen Kindern. 

Das heißt nicht, dass ich mein Bedürfnis nach Abenteuer gleich mit einer mehrwöchigen Fernreise stille. Oder mein Bedürfnis nach Bewegung mit einem allabendlichen Fitness-Studio-Besuch, der auf Kosten der wertvollen abendlichen Austausch-Zeit mit meinen Kindern und meinem Mann geht und auch noch aufs Familienbudget. Nein. Trotzdem darf ich schauen, wie ich meine Bedürfnisse erfülle. 

„Was brauch ich, damit es mir gut geht?“

Nur, wenn wir Eltern regelmäßig unsere Bedürfnisse erfüllen – und diese im 1. Schritt überhaupt mal erkennen sprich wir uns die Frage stellen „Was brauch ich, damit es mir gut geht?“ – und auf uns schauen, nur dann können wir uns ausreichend um unsere Kinder und deren Bedürfnisse kümmern. Und während für die Erfüllung unserer Bedürfnisse wir selbst zuständig sind, sind die Kinder keineswegs für ihre eigene Bedürfnisserfüllung zuständig. Je kleiner, desto weniger sind sie dazu in der Lage. Wir dürfen sie dabei begleiten und unterstützen. Genau das macht unseren Alltag auch so herausfordernd. 

Kein Wunder, dass wir fertig sind! 

Wir Mütter und Väter sind nicht nur für unsere eigenen Siebensachen zuständig, sondern auch noch für jene der Kinder. Kein Wunder, dass es da regelmäßig knirscht und kracht. Zumal wir ja oft nicht nur nicht wissen, was uns selbst eigentlich gerade fehlt und warum wir so wütend, traurig, fertig sind, nein, was das Kind braucht, das wissen wir oft noch viel weniger. 

Ich habe vorhin, als ich meine Geburtstagstorte einfach hemmungslos alleine aufgegessen habe, mein Bedürfnis nach Genuss gestillt. Und das hat richtig gut getan. Außerdem habe ich mich währenddessen auf die Hausbank gesetzt und so auch gleich mein Bedürfnis nach frischer Luft erfüllt. Und so ist es auch zur Entspannung gekommen. Wunderbar! Gleich drei Bedürfnisse mit einem Tortenstück. Und was brauchst du, damit es dir gut geht? 

P.S.: Mein Bedürfnis nach Bewegung erfülle ich mir übrigens mit 10-Minuten Pilates Einheiten neben den Kindern sowie mit einem Training auf meinem Home-Trainer, den ich ebenfalls mal zum Geburtstag bekommen habe – von meiner Mama. Auch den kann ich neben den Kindern benutzen. So habe ich meine Bewegung und erfülle dabei trotzdem meine Bedürfnisse, bei den Kindern zu sein sowie das der elterlichen Fürsorge – da ich die Kinder nicht alleine lassen möchte für meinen Sport. So weit, so bedürfniserfüllt 

Eure Michaela

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1 Kommentar
  • Oh mein Gott, hätte ich nur auch so klug gedacht bzw gehandelt , …als die Autorin noch ein (mein) kleines Mädchen war!!!!