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Mammographie Klappe die 1. oder: Es sind schon schönere Menschen als wir an Krebs gestorben. Daher: Sorgt vor – besser heute als morgen! 

Mammographie Klappe die 1. oder: Es sind schon schönere Menschen als wir an Krebs gestorben. Daher: Sorgt vor – besser heute als morgen! 

Yes! Ich hab mich getraut! Ich war bei meiner ersten Vorsorgeuntersuchung – und zwar bei der Mammographie. Stolz erfüllt berichte darüber, weil ich mich echt davor gefürchtet habe. Eigentlich nicht auf Grund einer möglichen schlimmen Diagnose sondern vielmehr vor der Untersuchung. Zum Glück hatte ich mein gutes Deo aufgetragen! Ich konnte den Angst-Schweiß fließen spüren! 

Das mit dem Älterwerden ist ja so eine Sache für sich: Irgendwie fühlt es sich ganz gut an, mit vielen Erfahrungen zu leben. Dadurch manche Dinge entspannter sehen zu können, dem großen Ganzen ein bisschen näher zu kommen, einen Überblick zu haben. 

Das finde ich echt ganz okay. Zumal ich so eine Person bin bzw. war (dahingehend verspüre ich tatsächlich eine leichte Veränderung), die von einem Tag in den anderen gestolpert ist. Die zwar einerseits permanent Listen abarbeitet, doch trotzdem nicht im Jahresfluss mitschwimmt, sondern viel mehr im Heute hin- und herläuft. Aber nicht im Sinne vom lässigen Im-Hier-und-Jetzt sein. Eher im Sinne von „von einem zum anderen“ bis der Tag vorbei ist. 

Das wird nun schon besser. Ich denke schon zu Ostern wieder an Weihnachten. Weiß, dass die Zeit Rat bringt. Und dass wirklich über manche Dinge Gras wächst. 

Apropos Gras: Vielleicht hat mir dabei sogar unser Garten geholfen. Denn als wir ihn vor fast sieben Jahren gepflanzt haben, konnte ich mir nicht vorstellen, dass daraus irgendwann eine grüne Oase werden wird mit Äpfeln, Kirschen, Zwetschken und Erdbeeren. Doch – nun – ein paar Jährchen später, haben wir schon die eine oder andere Ernte eingefahren. 

Und auch Versteck-Möglichkeiten unter Sträuchern sind gewachsen, die ich mir so sehr gewünscht habe für die Kinder, auch wenn sich nun nicht mehr alle Kinder unter Sträucher passen… 

Die Wahrnehmung von Zeit und der Überblick – ein Bonus des Älterwerden. 

Nicht so cool finde ich jedoch die körperlichen Anzeichen des Alters. Ich finde mich zwar immer noch schön, zumindest unter dem Aspekt einer erwachsenen Frau, die Kinder geboren hat, doch gibt es schon den einen oder anderen Körperteil, den ich nicht mehr so grandios sexy finde. Ich sage nur: Bauch, Busen, Fersen… und die Falten im Gesicht, vor allem nach dem Aufstehen (Stichwort vormittäglicher Kopfpolster im Gesicht), die finde ich nur mäßig. 

Und nun kommt auch noch das Innere dazu. Also nicht mein gutes Herz und meine reine Seele 😉 sondern die Gesundheit, die Organe etc. Mein Mann ist ja Arzt und drängt mich schon seit einiger Zeit zu allen möglichen Vorsorge-Untersuchungen. Weil er weiß, dass bei rechtzeitiger Erkennung so viele schlimme Krankheiten gar nicht so schlimm gewesen wären. Daher habe ich mich nun endlich zu einer Mammographie angemeldet und sie diesen Dienstag endlich hinter mich gebracht: 

Schlimmer als Zahnarzt?

Als ich das im Vorfeld Bekannten und Freundinnen erzählt habe, habe ich ähnliche wenn nicht sogar schlimmere Reaktionen als auf meine Zahnarzttermin-Verkündung erhalten. Das hat dazu geführt, dass meine eh schon nicht so tolle Vorstellung davon, dass mein Busen zwischen zwei Platten gepresst werden soll, noch schlimmer geworden ist. Und so bin ich wie bereits eingangs erwähnt mit Schweiß von den Achseln bis zu den Knien im Wartezimmer gesessen (wie immer bewaffnet mit allerhand Dingen – von Strickzeug über mehrere Bücher bis hin zum Laptop – man weiß ja nie, wieviel Zeit man sonst eventuell ungenützt verstreichen lassen würde) und habe versucht, nicht daran zu denken.

Verunsichert wie ein kleines Kind… 

Als ich dann aufgerufen wurde, klopfte mein Herz bis in den Hals hinein und ich folgte langsam in den Vorraum des Untersuchungszimmers, wo ich dann nicht wusste, ob ich mich nun oben ganz ausziehen sollte oder nur das Shirt oder nur den BH und dafür das Shirt drüber anlassen. Verunsichert wie ein kleines Kind bin ich also in dem WC-artigen Räumchen gesessen und wusste nicht wohin mit meinen Gefühlen. Bis geklopft wurde und ich von einer sehr netten Frau zum – nennen wir es laienhaft – Mammographie-Automaten geführt wurde. 

Ich habe meine Angst einfach rausgelassen 

Und dort habe ich dann einfach meine Angst rausgelassen. Also nein, keine Sorge, ich bin weder zusammengebrochen noch habe ich zu weinen begonnen, sondern ich habe einfach in Worte gefasst, was ich mir dachte. Nämlich, dass ich echt Angst vor der Untersuchung habe und davor, dass es sehr weh tun würde, wenn mein eh schon kleiner Busen da zwischen zwei Platten gezogen und gepresst wird. 

Und dann habe ich noch gesagt, dass mir schon von einigen Frauen berichtet wurde, dass das echt nicht angenehm gewesen sei. Und dann war alles raus. Und die Frau schaute mich an und ich sah, dass sie mich ernst nahm. Und daraufhin erklärte sie mir ganz genau die Untersuchung, was sie gleich tun würde und dass ich jederzeit Stopp sagen könne. Und dass schon die leichteste Form der Untersuchung genauere Bilder als ein Ultraschall bringe und daher die Mammographie eine so wichtige Frühererkennungsmethode für Brustkrebs wäre. Und dass sie mich jetzt durchführen werde und ich ihren Anweisungen folgen solle. 

Das hat gut getan. Ich war ganz bei mir. Und ich spürte, da ist eine Person, die ist nicht gegen mich. Die passt auf mich auf. Und so war es dann auch zwar nicht besonders angenehm, aber nicht schmerzhaft. Es war komisch. Und irritierend. Zumal jegliche Ästhetik meines Körpers während der Untersuchung flöten ging. Verrenkt steht man da bei dem Gerät. Der Busen nach vorne gezogen und eingezwickt. Der Körper gedreht. Naja. Aber nein, schlimm war es nicht. Und ich bin einfach so froh, dass jetzt endlich mal gemacht zu haben. 

Ich schreibe das, um euch zu sagen – macht das auch! Wir werden älter. Und ohne Panik schüren zu wollen: Es sind schon schönere Menschen als wir an Krebs etc. gestorben. Es kann uns alle treffen. Daher: Sorgt vor. Besser heute als morgen! 

Eure Michaela 

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1 Kommentar
  • Liebe Tochter! Wenn ich gewusst hätte, dass du Angst vor dieser Untersuchung hast, ich hätte mehr mit dir darüber gesprochen! Da ich als Vorzeigehypochonder jährlich zur Mamographie gehe und auch alle anderen jährlichen Untersuchungen wahrnehme, kann ich deunem Aufruf nur zustimmen! Schliesslich will ich meine 6 Enkelkinder noch lange begleiten! Das sollten alle Omas tun, Ein Grund mehr auf unsere Töchter stolz zu seun, sie haben diese Kinder ja geboren in denen wir weiterleben und uns Sinn geben! Also Omas, auf zur Mamographie!!!!!