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Alles eine ständige Frage der Balance 

Alles eine ständige Frage der Balance 

K1 ist am Wochenende zu ihrem Auslands-Schulsemester nach Norwegen aufgebrochen. Für 5 Monate und zwei Wochen. Ich öffne und schließe trotzdem täglich das Rollo in ihrem Zimmer. So kann ich ihr nah sein trotz der Distanz. Und während das Zimmer von Tag zu Tag seinen vertrauten Geruch verliert, finde ich immer mehr ins Loslassen hinein. 

Ich, die nie geklammert hat, die stets das Gefühl hatte, sich vielleicht sogar ein bisschen zu wenig an jedes einzelne Kind zu klammern, habe nun nämlich tatsächlich ein sehr komisches Ziehen in meinem Bauch ob der nun so langen Abwesenheit meiner ältesten Tochter. 

Ist ja auch eine sehr ungewöhnliche Situation, eine so vertraute, nahestehende Person so lange nicht zu sehen. Wann gibt es denn so etwas! Selbst wenn sie in einem guten Jahr studieren gehen wird, werden wir uns vermutlich nicht so lange nicht sehen. Ein paar Wochen – ja natürlich. Aber, ich weiß ich wiederhole mich, verdammt noch mal – 5 Monate sind echt lang! Es ist Sommer, wenn sie wieder kommt! 

Und trotzdem: Es ist gut! 

Ja, es war und ist richtig, dass sie das macht. Sie wird in jedem Fall bereichert zurückkommen. Für immer. Denn Erfahrungen kann einem niemand mehr nehmen. Zudem scheint sie bei einer mehr als tollen Gastfamilie gelandet zu sein (wir haben uns per Video-Call im Vorfeld kennengelernt) und auch die Schule inklusive SchulkollegInnen dürften, laut ihren Erzählungen bei einem Telefonat in dieser Woche, sehr offen und cool und nett sein. Welch ein Glück! 

Ich kann also wieder in meine Mitte kommen

Ich kann also ganz beruhigt sein. Und darf wieder in meine Mitte kommen. In die Mitte, aus der ich irgendwann im Herbst ein bisschen herausgefallen bin. Auch wenn ich mich mit Hilfe von regelmäßigen Bewegungseinheiten ganz gut gehalten habe, bin ich verrutscht. Hatte häufig Herzklopfen auf Grund von permanent gefühltem Stress. 

Mein Inneres Kind jubelt

Und so gehe ich dieses Jahr ruhiger an. Und arbeite weiter an meinem Weg zu mehr Leichtigkeit. Mit Mut zur Lücke. Mit langsameren Bewegungen (was mir echt schwer fällt, bin ich doch die beste Freundin der Beeilung). Und bei alldem sauge ich die Freuden des Alltags ein. Das ist ja derzeit nicht so schwer – bei dieser Schneelage. Schnee bringt mein Inneres Kind zum Jubeln. Ich habe aus meiner Kindheit so viele positive Erfahrungen mit Schnee, dass ich ganz beseelt bin, wenn ich am Rutschteller öfter als meine Kinder den kleinen „Hang“ in unserem Garten herunterrutsche. Mit Schnee ist die Welt einfach schöner. Nicht? 

Und so balanciere ich mich im neuen Jahr wieder aus bzw. ein in mein Leben mit sechs (minus 1) Kindern. Und arbeite meine ToDos ab, während ich nicht den Anspruch habe, fertig zu werden. Denn – wie vermutlich auch auf einem Bauernhof – wird man auch in unserem Haushalt nie fertig. Loslassen ist mein Motto, auf die Ausgewogenheit achten. Weil nur im Wechselspiel von Tun und Ruhen sich das gute Gefühl einstellt. Weil es drinnen nur dann so richtig kuschlig wird, wenn man zuvor draußen war. Weil loslassen nur dann geht, wenn man sich sicher zusammen fühlt. Und das war jedenfalls der Fall. Auch wenn K1 und ich in den letzten Jahren ein paar Auf und Abs miteinander hatten (was in diesem Alter auch normal ist) sind wir verbunden miteinander. Im Herzen. Wir gehören zusammen. Egal wie weit wir voneinander entfernt sind. 

Und so schließe ich mit einem tiefen Seufzer der Freude und einer kleiner Prise Sehnsucht und wünsche eine schönes Winter-Wunterland-Wochenende! Ab aufs Rutschteller! Dafür ist man nie zu alt! 

Eure Michaela 

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1 Kommentar
  • Wie gut ich dies Alles verstehe! Aber du schaffst das, wie sonst auch Alles in deinem Leben! Das Leben ist ein einziges Loslassen…..und das ist auch gut so! Grüsse von der K1 oma